Seit 2009 dokumentieren wir systematisch die Geschichte elektrischer Straßenbahnen in deutschen Städten. Unsere Arbeit basiert auf Primärquellen aus kommunalen Archiven und technischen Fachpublikationen.
Unser Team konzentriert sich auf drei wesentliche Bereiche: die technische Entwicklung von Fahrzeugtypen zwischen 1881 und 1990, die stadtplanerischen Auswirkungen von Streckenführungen auf urbane Strukturen sowie die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Straßenbahnbetriebs in verschiedenen Epochen.
Besondere Aufmerksamkeit widmen wir der Periode zwischen 1920 und 1960, in der deutsche Städte ihr Streckennetz am stärksten ausbauten. In dieser Zeit entstanden technische Innovationen, die bis heute nachwirken.
Die Rekonstruktion historischer Streckennetze erfordert die Kombination verschiedener Quellentypen. Stadtpläne aus den jeweiligen Epochen bilden die Grundlage, müssen jedoch mit Betriebsakten, Genehmigungsunterlagen und zeitgenössischen Presseberichten abgeglichen werden.
Häufig widersprechen sich offizielle Linienführungspläne und tatsächlich betriebene Routen. Bauliche Hindernisse, temporäre Umleitungen oder nachträgliche Trassenänderungen wurden nicht immer konsequent dokumentiert. Hier helfen fotografische Quellen und Zeitzeugenberichte.
Für die technische Analyse nutzen wir Konstruktionszeichnungen aus Herstellerunterlagen, Wartungsprotokolle der Betriebshöfe sowie Unfallberichte, die detaillierte Informationen über Fahrzeugkonstruktionen enthalten.
Quellenauswertung im Stadtarchiv Leipzig, Bestand Verkehrsbetriebe 1925-1955
Wir arbeiten mit 14 städtischen Archiven zusammen und haben Zugang zu privaten Sammlungen ehemaliger Straßenbahner.
Unsere Forschungsergebnisse erscheinen in Fachzeitschriften für Verkehrsgeschichte und werden auf internationalen Konferenzen präsentiert.